Der Chefarzt der Klinik für Bewegungsstörung/Parkinson in Beelitz-Heilstätten trägt Hemd und Kittel, randlose Brille, er nimmt sich Zeit, lacht viel und spricht lieber über Alltag als über Auszeichnungen. Eine Koryphäe ohne Allüren. Die MAZ im Interview mit Professor Ebersbach.
Wir bedanken uns bei der Märkischen Allgemeinen Zeitung, dass wir hier einen kleinen Auszug aus dem geführten Interview veröffentlichen dürfen. Das vollständige Interview finden Sie hier.
Seit mehr als 30 Jahren leitet er in Beelitz-Heilstätten Medizin auf Spitzenniveau: Prof. Dr. med. Georg Ebersbach, Chefarzt der Fachklinik für Bewegungsstörungen/Parkinson. Im Interview spricht er über den Alltag in der Klinik, über Elf-Stunden-Tage und warum er mit dem Begriff „Work-Life-Balance“ wenig anfangen kann.
Herr Ebersbach, es ist Mittwochnachmittag, fünf Minuten nach drei. Wie viele Stunden haben Sie diese Woche schon gearbeitet?
Diese Woche? Lassen Sie mich kurz rechnen. Pro Tag sind es immer so elf Stunden. Macht für Montag und Dienstag 22 Stunden. Heute bin ich seit sieben Uhr hier, also seit acht Stunden.
Macht insgesamt rund 30 Stunden. Wie oft in dieser Zeit waren Sie zufrieden mit Ihrem Job?
Eigentlich immer.
Und in welchen Momenten waren Sie genervt?
Genervt? In Situationen, in denen die Digitalisierung nicht das tut, was sie verspricht, nämlich Zeit sparen, sondern Zeit kostet. Das kommt leider im aktuellen Transformationsprozess sehr häufig vor. Und das kann richtig nerven.
Sie arbeiten seit fast 30 Jahren in dieser Klinik. Ist der Job hier so gut – oder sind Sie eine so treue Seele?
Es ist tatsächlich der Job, den ich wollte und der mir nach wie vor Spaß macht. Ich glaube, wenn er mir nicht gefallen hätte, wäre ich gegangen. „Love it or leave it“ wäre dann schon meine Devise. Aber für mich passt hier einfach alles. Als ich gekommen bin, gab es die Klinik noch nicht und ich konnte sie mitaufbauen, vieles so gestalten, wie ich es mir vorgestellt habe. Und das hat, glaube ich, ganz gut funktioniert. Insofern ist es mein Wunschjob. Ich möchte keinen anderen haben.
